Startseite
  Archiv
  Gästebuch
  Kontakt
 

  Abonnieren
 


 

Webnews



http://myblog.de/neverendingmathequation

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Anleitung zum Populismus

Schritt 1:
Man nehme ein überaus medienpräsentes Ereignis der letzten Wochen, dass starke Emotionen hervorrufen kann.
Bsp.: der brutale Angriff zweier ausländischer Jugendlicher auf einen Rentner in einer Münchener U-Bahn-Station.
(Beachte, dass möglichst viele brisante Themen zusammenkommen. Im Beispiel: Ausländer, Jugendliche, Kriminalität)

Schritt 2:
Das alles sollte nun am besten kurz und knapp in eine polarisierende Kernaussage gefasst werden.
Bsp.: "Wir haben zu viele kriminelle junge Ausländer"
(Bemerke, wie wunderbar sich die Schlagwörter Ausländer, Jugendliche und Kriminalität
prägnant in der Aussage wiederfinden.)

Anmerkung: Zur Verbreitung ist es klüger bevorzugt Massenmedien zu nutzen, die besonders den Kreis der Nicht-Intellektuellen ansprechen.
Bsp.: Bild-Zeitung

Schritt 3:
Der gröbste Teil ist jetzt erledigt.
Von nun an kommt es nur noch darauf an, die eigene Position von Kollegen oder neugierigen Zeitungsschnüfflern nicht ad absurdum führen zu lassen und zusätzlich provozierende Gegenfragen zu stellen.
Bsp.: "Was lassen wir uns gefallen von einem kleinen Teil äußerst gewaltbereiter Jugendlicher, häufig mit ausländischem Hintergrund?"

Ergänzend können Anfangsforderungen nun differenzierter ausgeführt werden:
Bsp.: "Wer in Deutschland lebt, hat die Faust unten zu lassen!"

Letztendlich sollten Fakten, die unwiderlegbar gegen die eigene Position halten, entweder unkommentiert gelassen oder trotzdem konsequent dementieren werden.

Schritt 4:
Nun heißt es nur noch abwarten und Früchte ernten.
Die Zustimmung der breiten Masse hat man zu diesem Zeitpunkt schon unlängst gewonnen und das Ziel somit erreicht.

7.1.08 15:25


Jahresrückblick - Rebellen des Jahres 2007

Pazifistische Freiheitskämpfer: Birmas Mönche

Zu Beginn war es der Unmut über hohe Treibstoffpreise, der die Mönche Birmas auf die Straße brachte. Letztendlich waren sie es, die den friedlichen Protest Zehntausender gegen die bestehende Militärherrschaft anführten.

Rebell gegen die Freiheit: Wolfgang Schäuble

Die Vorgehensweise schaute er sich von den Amerikanern ab. Das Prinzip der "Politics of Fear" ließ sich auch wunderbar auf die heimische Bundesrepublik übertragen, und so gab es für den Innenminister keine größeren Schwierigkeiten die eine oder andere freiheitseinschränkende Maßnahme zu ergreifen. Der Direktor der Menschenrechtsorganisation Privacy International dazu: "Der allgemeine Trend geht dahin, dass die Privatsphäre Land für Land ausgelöscht wird. Selbst diejenigen Länder, wie Deutschland und Kanada, bei denen wir stärkeren Schutz der Privatsphäre erwartet haben, versinken im Sumpf".
Freuen wir uns also über weitere spannende Neuerungen im kommenden Jahr zum Abhören von Telefonaten und der automatischen Nummernschild-Erkennung.

Aufstand gegen die Musikindustrie: Radiohead

Das Pilotprojekt der renommierten britischen Band wurde von Fans und Musikliebhabern wohlwollend aufgenommen und war zumindest ein kleiner Piekser gegen die Musikindustrie. Radiohead veröffentlichten ihr neues Album "In Rainbows" als Download auf ihrer Website. Der Clou: der Preis durfte selbst bestimmt werden.

Friedliche Dissidenten: G8-Demonstranten

Friedliche G8-Protestler und Protestlerinnen trotzten den abscheulichen Ereignissen von Rostock und drückten kreativ ihren Unmut über die ungerechte Machtakkumulation der Staatsoberhäupter in Heiligendamm aus.

Rebell gegen die Menschheit: George Bush

Mit seiner ablehnenden Haltung gegen verschiedene Abkommen zur Reduzierung des CO2-Ausstoßes sorgte er sogar dafür, dass die Forderung der UN-Klimakonferenz auf Bali zuerst akzeptiert, dann aber postwendend widerrufen wurden. Nun folgt wohl wieder einmal ein Alleingang nach den Vorstellungen der USA; und wehe es hat negative Auswirkungen auf die Wirtschaft.

Widerstand aus Perspektivlosigkeit?: Rechte Gewalt

Seit einigen Jahre schon vollzieht sich ein Aufschwung des Rechtsextremismus. Rechte Gewalt ist omnipräsent. Jedoch ließen dieses Jahr medientaugliche Ereignisse die Bevölkerung aufschrecken. Die Hatzjagd auf Inder in Mügeln oder die Rechtsradikalen aus Sachsen, die einem 17-jährigen Mädchen ein Hakenkreuz in die Haut ritzten sind nur wenige Beispiele.

Totgesagte Rebellen leben länger: Rage Against The Machine

Nach siebenjähriger Pause fand die politisch-kritische Band Rage Against The Machine wieder zusammen und gab auf dem Coachella Festival in den USA ein mit Hochspannung erwartetes Konzert. Zack de la Roche zitierte den Linguisten und Politikwissenschaftler Noam Chomsky in einer Rede an das Publikum (Video):
"A good friend of ours said that if the same laws were applied to U.S. Presidents as were applied to the Nazis after World War II that every single one of them, every last rich white one of them, from Truman on would've been hung to death and shot. And this current administration there's no exception. They should be hung and tried and shot...as any war criminal should be.
But the challenges that we face they go way beyond administrations, way beyond elections, way beyond every four years of pulling levers, way beyond that, because this whole rotten system has become so vicioulsy cruel that in order to sustain itself it needs to destroy entire countries and profit from their reconstruction in order to survive. That's not a system that changes every four years, it's a system that we have to break down generation after generation after generation..."

Widerstandskämpfer gegen die Großen: GDL-Chef Manfred Schell

Schell kämpfte monatelang für Lohnerhöhungen für Lokführer und schaffte es, dass große Teile des nationalen Personen - sowie Güterverkehrs lahmgelegt wurden. Trotz dem immer größer werdenden Druck gab der GDL-Chef nie nach und beharrte auf den Forderungen der Gewerkschaft.

Chancenloser Widerständler: Garri Kasparow

Der Ex-Schachweltmeister machte es sich zur Aufgabe die Missstände der sogenannten russischen "Demokratie" aufzuzeigen und gegen den Oligarchen Putin vorzugehen. Die Folge waren mehrere Aufenthalte in Staatsgefängnissen, sowie die Nichtzulassung seiner Partei zur Wahl. Ein Demokrat ohne Chancen.

Rebell gegen alle und jeden: Hugo Chavéz

Das venezuelanische Staatsoberhaupt versteht sich mit so niemandem wirklich gut; erst recht nicht mit dem US-Präsidenten oder dem spanischen König.
Seine Macht demonstriert er liebend gern. Schon letztes Jahr ließ er den Schimmel im Wappen des Landes die Richtung wechseln und nach links galoppieren. Die nicht unumstrittene Verfassungsreform bekam er jedoch nicht durch. Wenigstens schuf er daraufhin immerhin eine neue Zeitzone
für Venezuela.

Quelle: z.T. taz, fr

31.12.07 12:38


Eine Begegnung auf der Einkaufsstraße am Weihnachtsvorabend

Wie feiern Sie Weihnachten?

Ich feier kein Weihnachten.

Wieso feiern Sie kein Weihnachten?

Was ist Weihnachten für Sie?

Es ist das Fest der Geburt Jesu, das Fest der Liebe, der Nächstenliebe, das Fest der Familie. Und für Sie?

Ein Mantel.

Ein Mantel?

Ja. Ein Mantel der erzwungenen Fröhlichkeit; ein Mantel des Verdrängens aller Sorgen, allen Leids, aller Mißstände auf der Welt; ein Mantel der geheuchelten Trautheit; ein Mantel unter dem die Großkonzerne die Menschen zum annähernd unendlichen Konsum anstacheln; ein Mantel unter dessen Schutz sich die Leute wieder in die Kirche wagen; ein aufgezwungener Mantel der blinden Flucht.

Aha. Und was werden Sie heute Abend machen?

Ich werde Weihnachten feiern.

25.12.07 15:45


Systemfehler !?

Wenn Microsoft mal wieder schlampig programmiert hat und seit jüngstem auf dem Computermonitor nur noch lästige Fehlermeldungen zu lesen sind, dann ärgert man sich.

Normalerweise würde man nun versuchen das Problem zu beheben. Man würde es stundenlang versuchen. Man würde verzweifeln. Man würde wütend werden, die überteuerte Microsoft-Hotline anrufen, die einem wie erwartet auch nicht weiterhelfen könnte. Man würde, wenn alles nicht mehr hilft, einen IT-Techniker anrufen. Dieser würde sich des Problems annehmen, aber es letztendlich auch nicht beheben können, da es ja nun einmal ein Programmierfehler im System ist. Man würde schließlich frustriert den Computer ganz abschalten.

Wenn es in einem Staat viele Menschen gibt, die mehrere Millionen im Jahr verdienen und es desweiteren sehr viele Menschen in diesem Staat gibt, deren Einkommen sich auf ein Tausendstel von dem der Menschen mit den Millionen beläuft, dann ärgert manch einer sich.

Nun würde man versuchen das Problem zu beheben. Man würde es tage -, monate -, jahrelang versuchen. Man würde verzweifeln. Man würde wütend werden. Man würde um Rat fragen. Auserwählte des Volkes würden in speziellen Ausschüssen zusammen kommen und sich beraten. Köpfe würden rauchen, aber man würde zu keiner Lösung kommen. Man würde zu keiner Lösung kommen, da es ein Programmierfehler im System ist. Dieses System heißt mit Namen freie Marktwirtschaft bzw. Kapitalismus. Abschalten geht nicht.

Zum Glück programmiert Microsoft ja nicht schlampig.

13.12.07 20:11


"It's better to burn out than to fade away"

            - Neil Young (zitiert von Kurt Cobain; letzte Worte seines Abschiedsbriefs)


Es ist besser ein Leben zu erfahren, in dem man an die eigenen Grenzen stößt,
als dass man konform wird mit der Masse, den einfachsten Weg einschlägt, und am Ende nicht zurückschauend sagen kann: Ich habe etwas erreicht.

16.11.07 22:30


Another Love Song

You step out of your front door
I follow you, once more
You know I'm there but you're afraid
to turn around and see my face
I watch you every day and night
I'd even follow you into the light
When you go to school I'll be waiting for you
just to look at you...

Just the other day, I climbed the tree
just to get up to your window seat
Looking into your room, I saw you leavin'
You didn't notice me and I was grievin'
I jumped down from my hiding spot
just as you closed your front door shut
Never once turning you started to walk
and you went around several blocks

I love your beautiful hair in the moonlight
I always wish to hold you oh so tight
I know you don't feel the same yet
but just believe me girl I can change that
Just give me time and you will see
what a caring lover I could be
I'll let you stay in my cellar room
I'll feed you and everything, you'll be happy soon

After ten minutes of fast walking,
I started to wonder where we were going
But my mind just didn't really care
cause I couldn't help it not to stare
at your beautiful feet carrying you
oh, I was melting for that gorgeous view
Little later we walked through a dark alley
but I was thinking how...

I love your beautiful hair in the moonlight
I always wish to hold you oh so tight
I know you don't feel the same yet
but just believe me girl I can change that
Just give me time and you will see
what a caring lover I could be
I'll let you stay in my cellar room
I'll feed you and everything, you'll be happy soon

I didn't realize what then happened
the world around me suddenly darkened
I felt a dull hit on my head
and I was wondering whether I was dead
When I woke up, first thing I see
made me fall down on my knees
it all seemed so bizarre when my hands clasped tight
around the prison bars

Two years later, and I got out
I told the doc I was over it now
This old fool, oh, he believed me,
but my desire for you is still burning in me

I love your beautiful hair in the moonlight
I always wish to hold you oh so tight
I know you don't feel the same yet
but just believe me girl I can change that
We don't have no time, I'll make you see
what a smashing lover I will be
I will lock you into my cellar room
I won't feed you or anything, but we'll be happy soon...
16.11.07 21:54


1984 dreiundzwanzig Jahre später...

Am Freitag soll der Gesetzesentwurf zur Vorratsdatenspeicherung im Bundestag verabschiedet werden. Der Entwurf erlaubt dem Staat alle Kommunikations- verbindungen der Bürger (Handy, Telefon, Internet) für sechs Monate lang zu speichern, sodass Sicherheitsbehörden im Fall späterer Ermittlungen darauf zurückgreifen können.

Ziel dieses neuen Gesetzes ist es, dem organisierten Verbrechen bzw. dem Terrorismus das Leben zu erschweren. In Anbetracht dieser Zielsetzung erscheint der neue Gesetzesentwurf doch eigentlich nur logisch, oder etwa doch nicht?

Zuallererst ruft dies natürlich viele Bürgerrechtler auf den Plan.
Erfassung aller Kommunikationsdaten?
Vor wenigen Wochen schon die Einführung des Fingerabdrucks in den Reisepass? Wo soll das denn hinführen?
Und somit fällt in linken Kreisen der so gerne benutzte Begriff des "gläsernen Bürgers" immer häufiger in den vergangenen Tagen, unter anderem gerne auch mit Bezug auf das Grundrecht (Art. 10, Fernmeldegeheimnis).

In der Tat, die geplante Vorratsdatenspeicherung würde dem Staat tiefere Einblicke in das Privatleben der Bürger erstatten als es mit den Leitsätzen unseres Rechtsstaats vielleicht vereinbar wäre. Das Argument der Gegenseite, dass somit Verbrechern leichter auf die Spur zu kommen ist, erscheint jedoch einleuchtend. Aber wie gewichtig ist es wirklich?

Ich meine, es ist weitgehend irrelevant. Das organisierte Verbrechen und der Terrorismus werden leicht Wege finden dem spionierenden Auge des Staats zu entgehen. Ein positiver Aspekt: kleinere Verbrechen könnten so womöglich einfacher aufgeklärt werden.
Allerdings ist es somit auch leicht denkbar, dass Bagatellen, wie das illegale Downloaden von Musik oder Beleidigungen von den Sicherheitsbehörden vernommen werden.
Probleme werfen auch die zur Schweigepflicht verordneten Ärzte und Therapeuten auf, sowie Journalisten die nun ihre Quellen offenlegen müssten. Selbst der einfache Bundesbürger müsste sich entscheiden, ob er seine geheimen, privaten Angelegenheiten nun noch so einfach übers Telefon regeln sollte. Und wer nun den nächsten Schritt geht, der ist wirklich nicht mehr weit entfernt von der totalen Überwachung des Bürgers.

Nein, ich glaube nicht, dass eine unmittelbare Bedrohung besteht, dass die Bundesrepublik sich zu einem Überwachungsstaat entwickelt. Dennoch sollte und müsste der mündige Bürger auf seine Rechte beharren und überhaupt jeder Entwicklung dorthin kritisch gegenüberstehen.

Denn Fakt ist, der neue Gesetzesentwurf, der der Öffentlichkeit als wichtiger Schlag gegen das Verbrechen vorgegaukelt wird, verfehlt seine eigentliche Intention und greift tiefer in das Privatleben der Bürger ein, als einem jedem recht sein darf.

"You had to live—did live, from habit that became instinct—in the assumption that every sound you made was overheard, and, except in darkness, every movement scrutinized." - George Orwell, 1984

6.11.07 22:38


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung